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Die Dämonen von heute – die Tuduus

Jesus trieb mit seinen Jüngern Dämonen aus. So steht es in der Bibel und es war wohl ein häufiges Anliegen, das an ihn und seine Jünger herangetragen wurde. Heute gehen wir zum Psychotherapeuten, manche zum Psychiater oder wir konsultieren einen Coach, wenn uns etwas in der Seele plagt. In Seminaren bekommen wir Rezepte für den Kampf gegen die Dämonen, gute und schlechte.

Im Arbeitsleben, wie auch privat, plagen uns am meisten die Geister der Gruppe „Tuduus“. Sie sind allgegenwärtig, obwohl schon gut erforscht, haben sie noch große Macht. Sie quälen uns nicht nur, sie können uns krank machen und sogar töten. Wir können jedoch lernen, sie in positive Energien, in „Häfdan“ umzuwandeln, bzw. sie erst gar nicht zu einem schädlichen Dämon werden zu lassen. Das ist gar nicht so schwer, wenn man weiß, wie das geht.

Meist dokumentieren wir die Tuduus auf einer Liste auf Papier oder im PC. Dort heißen sie „Aufgaben“ oder „to do`s“ (gesprochen: Tuduus). Damit erschaffen, d.h. manifestieren wir sie. Wir selbst sind ihre Schöpfer und wir selbst geben ihnen Macht über uns, täglich, ununterbrochen. Und dann quälen sie uns: „Das ist noch zu tun.“ „Das hast du wieder nicht geschafft.“

Es ist sehr hilfreiche eine kleine Bilanz machen:

Wann, wie, wo tauchen meineTuduus auf?

Wie mache ich aus einem harmlosenTuduu einen Quälgeist?

Da viele Menschen kein wirkliches Bewusstsein von dieser Plage und ihrem Entstehen haben, bzw. ihre Leiderfahrung verdrängen, tun sie auch nichts, nicht einmal, wenn es ihnen schlecht geht. Corona sei Dank! Mir geht das Herz auf, wenn mir Menschen erzählen, dass sie Zeit für sich hatten und dabei das Leben entdeckt haben. Der Virus zwingt uns innezuhalten und zu fragen:  z.B. nach der Sinnhaftigkeit von allem oder nach dem wirklich Wichtigem in unserem Leben.

Die Lösung besteht nun nicht darin alle Tuduus zu löschen oder zu vernichten, denn das geht gar nicht, sondern darin, sie in positive Kräfte zu verwandeln. Im Tibetischen Raum gibt es dazu Rituale, „Dämonen füttern“. Wenn wir sie bekämpfen, laden wir sie weiter mit negativer Energie auf. Also begrüßen wir sie, heißen sie willkommen. Und, ganz wesentlich, sie meinen es uneingeschränkt gut mit uns. Sie sind von sich aus nicht bösartig.

Der erste wichtige Schritt ist, dass wir ihnen danken für alles, was sie für uns getan haben. Was haben wir alles durch unser Pflichtbewusstsein und unseren Fleiß erreicht? Ein großes, ehrliches „Danke“, ohne jegliches „aber“ ist der unverzichtbare erste Schritt. Diese vielen Tuduus, die wir bereits erledigt haben, wurden so zu Häfdan (geschrieben: have done). Wir haben sie erledigt und sie waren die Bausteine unseres Erfolgs. Ein dickes „Danke“ würdigt das und erzeugt gute, heilsame Energie.

Woher kommt dann das Quälende? Der Hl. Benedikt erklärte schon vor 1.500 Jahren: Das rechte Maß ist die Mutter aller Tugenden. Wir übertreiben, wir gehen über das rechte Maß hinaus. Zum einen unterwerfen wir uns den Erwartungen von anderen, indem wir uns zu wenig abgrenzen, und dann haben wir oft überhöhte Ansprüche an uns selbst. Dann leiden wir, weil wir viel zu viel Tuduus eingeladen haben, die wir nicht bewältigen können. Und das „Noch-nicht-Erledigte“ wird leicht zum Dämon.


Die Tuduus sind als Aufgaben solange völlig problemlos, wie wir sie abarbeiten und das geplante Pensum schaffen. Sie werden zu Quälgeistern erst dann, wenn wir Schuldgefühle entwickeln oder belastende Gedanken auftauchen, „das schaffe ich nicht“. Dazu ein paar Tipps.

Praxis-Tipp

  1. Fangen Sie immer mit den unangenehmen Tuduus an. Markieren Sie diese (max. 3) Tuduus, die Sie belasten, z.B. ein schwieriges Gespräch, mit der Priorität „U“ für Unangenehm, ggf. auch rot oder fett geschrieben. Das wird zuerst gemacht, ohne nachzudenken, – einfach tun.

  2. Legen Sie für jeden Tag weitere 1- 3 Tuduus, je nach Zeitaufwand, fest, die das absolute Pflichtprogramm sind, markieren Sie diese mit „hP“ für höchste Priorität. Wenn die „U“ und die „hP“ erledigt sind, ist der Tag bereits ein voller Erfolg.
    Der Rest bekommt nach Wichtigkeit die Reihenfolge 1, 2, …. 

  3. Packen Sie unter „hP“ oder „U“ auch ein Tuduu, das nicht dringend, aber langfristig wichtig ist. Dann kann das langsam reifen und erspart den Zeitdruck, wenn es auf den Termin zugeht.

  4. Immer wenn ein wichtiges Tuduu oder eine Gruppe, z.B. die „U“ abgearbeitet sind, halten Sie inne. Lehnen Sie sich zurück und sagen Sie dem Tuduu, du bist jetzt ein Häfdan. Das ist der Engel des Erfolgs, eine Quelle von Freude und Stolz. – Dann eine Pause machen, nach Innen lauschen, lädt die guten Engel des Lebens ein. Hetze vertreibt sie.

  5. Am Abend schauen Sie auf die vielen und/oder wichtigen Häfdan. Reflektieren Sie, was Sie alles geschafft haben. Auch wenn die eigene Planung von Unvorhergesehenem gestört wurde, auch das ist Häfdan. Freude und Dankbarkeit über das Gelungene ist das Gefühl, das Sie mit in den Abend nehmen.

Dazu ist mir eingefallen

Das Wesentliche kann sich erst zeigen, wenn wir aufhören uns vom Unwesentlichen ablenken zu lassen.

Für Sie geschrieben

Anselm Grün, Friedrich Assländer, Spirituell Zeit gestalten, Vier Türme Verlag

Weitere einfache und hochwirksame Tipps, aber auch grundsätzliche Überlegungen zum Thema Zeit, finden Sie in dem Buch „Spirituell Zeit gestalten“, das aus unserem Seminar „Spirituell führen – Wieder Zeit haben“ entstanden ist.

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Mit vielen nachösterlichen Grüßen und bleiben Sie gesund
Ihr Friedrich Assländer


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